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12.02.2016, 11:23 Uhr
Gastfreundschaft in schwierigen Zeiten
Münsterländische Tageszeitung
Politischer Aschermittwoch in der Katholischen Akademie diesmal zur Flüchtlingskrise
Aufmerksame Zuhörer: Der Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt sprach über die Voraussetzungen für eine gelingende Flüchtlingsintegration in Deutschland (Foto: Lünnemann)
Stapelfeld. (sl). Eine Sternstunde der politischen Reflexion über die Flüchtlingskrise und ein ermutigendes Beispiel für nüchtern praktiziertes Christsein erlebten die Teilnehmer am Politischen Aschermittwoch in Stapelfeld. Martin Patzelt, direkt gewählter CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Frankfurt (Oder), verknüpfte beeindruckend eigene Lebenserfahrungen - er hat zwei Flüchtlinge aus Eritrea in sein Haus aufgenommen - mit politischen Grundsatzfragen, etwa der Notwendigkeit, Migranten schnell in Beschäftigung, bezahlte oder unbezahlte, zu bringen. Authentisch, kompetent, nachdenklich und gewissenhaft - als Christ und Politiker machte Martin Patzelt denen, die ihn erleben konnten, Mut in nicht einfachen Zeiten. Die Frage, wie Gastfreundschaft gegenüber Flüchtlingen gelebt werden kann - öffentlich und privat - stand im Mittelpunkt. Clemens gr. Macke, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Kardinal von Galen und CDU-Landtagsabgeordneter betonte, dass der Abend Impulse geben sollte, wie die große Herausforderung der Flüchtlingsintegration gelingen könne. 
Patzelt betonte in seinem Impulsreferat vor 140 Gästen die Dringlichkeit. Mit Blick auf seine Erfahrungen zeigte er sich davon überzeugt, dass die Integration gelingen kann, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Statt die Flüchtlinge in Lagern von der deutschen Gesellschaft zu isolieren, sei eine Unterbringung in privaten, dezentralen Wohnungen wichtig, so der referent. Die Flüchtlinge, besonders die arbeitswilligen jungen Männer, bräuchten eine geregelte Tagesstruktur und eine Aufgabe. Ansonsten würden die Ereignisse der Silvesternacht kein Einzelfall bleiben, ist sich Patzelt sicher. Wichtig sei es, dass die Flüchtlinge schnell Deutsch lernen würden und für ihren Lebensumterhalt arbeiten müssen, mahnte der ehemalige Oberbürgermeister von Frankfurt/ Oder.
Auf diese Weise seien sie beschäftigt, würden schneller die deutsche Sprache lernen und zugelich durch den direkten Kontakt Ängste und Hemmungen auf Seiten der Einheimischen abbauen, schilderte Patzelt seine persönlichen Erfahrungen. "Hier sind wir Christen gefordert und dann kann es gelingen", rief er die Anwesenden zu mehr persönlichen Engagement auf. Auel Kelifa, der vor fast 30 Jahren aus Eritrea nach Deutschland kam und heute in der Flüchtlingshilfe in Neuenkirchen-Vörden beschäftigt ist, betonte, dass die Flüchtlinge Vorbilder bräuchten, die ihnen Werte wie Demokratie, Meinungs- und Glaubensfreiheit sowie Gleichberechtigung von Mann und Frau vermittelten. Hier könnten Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur als Übersetzer zwischen den Kulturen eine wichtige Aufgabe in den Gemeinden übernehmen, so Kelifa.

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