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27.10.2015, 10:56 Uhr
Ländlicher Raum soll ein vitaler Ort bleiben
Clemens gr. Macke: Landwirtschaft und Handwerk müssen ihr Pontenzial gemeinsam aktivieren und nutzen
Betriebliche Strukturen vor Ort müssten gestärkt werden, forderte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammern Niedersachsen, Michael Koch, auf einer Visite in Bunnen. (Münsterländische Tageszeitung, von Aloys Landwehr)
Engere Verzahnung von Landwirtschaft und Handwerk gefordert: Die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung von MdL Clemens gr. Macke mit Handwerks-Hauptgeschäftsführer Michael Koch (5. v. re.) besichtigten gestern u.a. die Firma Thiel Fördertechnik
Bunnen (la). Eine engere Verzahnung von Landwirtschaft und Handwerk sowie einen gemeinsamen Einsatz für eine leistungsfähige Infrastruktur (Verkehr und Breitband) hat der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammern Niedersachsen, Michael Koch, am Montag auf einer Info-Veranstaltung in Bunnen gefordert. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Clemens gr. Macke informierten sich Experten und Repräsentanten aus Landwirtschaft und Handwerk zunächst in der Firma Thiel Fördertechnik in Bunnen und dann auf dem Hof von Martin Roberg in Essen-Uptloh. „Landwirtschaft und Handwerk haben ein Interesse daran, den ländlichen Raum als vitalen Arbeits- und Lebensort zu entwickeln und zu erhalten“, machte er deutlich. Er forderte die Verantwortlichen auf, das Potential der landwirtschaftlichen und der handwerklichen Netzwerke im Bereich der Interessenvertretung stärker gemeinsam zu aktivieren und zu nutzen.
"Betriebliche Strukturen vor Ort müssen gestärkt werden, das heißt Förderung von Neugründungen, Betriebs-Erweiterungen und Innovationen, Stabilisierung des dualen Ausbildungssystems und Abbau von Bürokratie. "Was hält uns davon ab, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen?", fragte Michael Koch. Die Firma Thiel Fördertechnik in Bunnen, gegründet 1998, produziert mit zurzeit 130 Mitarbeitern technische Komponenten für unterschiedliche Industriezweige, bei denen Schüttgüter in Bewegung sind. In der Firma MTL-Anlagentechnik entwickelt das Unternehmen "auch in Zusammenarbeit mit Universitäten und wissenschaftlichen Instituten Verfahren, um das Problem der Nährstoffkonzentration anzugehen und praktikable und darstellbare Lösungen zu entwickeln.", wie es Clemens gr. Macke formulierte.
Geschäftsführer Bernd-Dieter Grave stellte den besuchern das Forschungsprojekt vor, bei dem Gülle, Gärreste aus Biogasanlagen, Rückstände aus Kläranlagen oder biogene Abwässer durch ein neuartiges Verfahren der Hygienisierung und Aufbereitung verarbeitet werden. "Bei der Hygienisierung werden Keime abgetötet und pathogene Stoffe entfernt, so dass das Produkt auf ein Fünftel der Masse reduziert und transportabel über Ländergrenzen gemacht wird," erläuterte Grave.
"Aus kleinen Handwerksunternehmen wurden familiengeführte Unternehmen, aus kleinen Bauernhöfen Betriebe mit Millionenumsätzen. Doch Primärproduktion und Mittelstand sind weiterhin eng verzahnt, so dass man sagen kann: Stirbt die Primärproduktion, stirbt der Mittelstand; stirbt der Mittelstand, stirbt die Region", warnte der Landtagsabgeordnete. Dabei gehe es um Tausende von Arbeitsplätzen.
Der Hauptgeschäftsführer stellte die Leitsungsfähigkeit der Handwerksbetriebe in einer der wirtschaftlich stärksten Handwerksregionen heraus. Der Kammerbezirk Oldenburg sei gekennzeichnet durch einen überdurchschnittlich hohen Umsatz, durch hohe Mitarbeiterzahlen, viele Ausbildungsplätze und hohes Ausbildungsengagement.
Die positive Entwicklung des Handwerks liege auch an der Wirtschaftskraft der Region und hier vor allem an der Landwirtschaft.
"Deshalb haben Landwirtschaft und Handwerk ein Interesse daran, den ländlichen Raum als vitalen Arbeits- und Lebensort zu entwickeln und zu erhalten", so Koch. "Handwerksbetriebe sichern maßgeblich Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort, gewährleisten die Aufrechterhaltung der Versorgungsstrukturen und gestalten das gesellschaftliche Leben in den Dörfern und Kleinstädten mit. Deshalb haben wir ein Interesse daran, den Abwanderungen aus den ländlichen Räumen entgegenzuwirken", so Koch.
(Bild: Aloys Landwehr)

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