Archiv
12.04.2016, 09:53 Uhr
Plädoyer für mehr Engagement
Clemens große Macke sprach über ländlichen Raum
Die derzeit hier lebenden Flüchtlinge bildeten nur ein Prozent der Bevölkerung. Südoldenburger seien früher in die USA geflüchtet.
(Nordwest-Zeitung, 11.04.2016)
Clemens große Macke sprach vor den Garreler Landfrauen. Bild: Reiner Kramer
GARREL „Was nun Herr große Macke – können wir das schaffen?“ Unter diesem Titel hatten die Garreler Landfrauen den CDU-Landtagsabgeordneten aus Addrup für Sonnabend zum politischen Frauenfrühstück eingeladen. Der Politiker nahm den Ball nicht nur auf, er spielte ihn auch gleich in das Feld der Landfrauen zurück und forderte sie auf, Flagge zu zeigen und sich zu engagieren – sei es in der Integration von Flüchtlingen oder in der Ratsarbeit.
 
„Früher war alles besser“ – ein Satz, mit dem er oftmals konfrontiert werde, sagte große Macke. Diese „große Sehnsucht nach er guten alten Zeit“, in der mit der Hand gemolken wurde, Hühnerschlachten Arbeit für Kinder war und das Leben von harter Feldarbeit geprägt war, möchte große Macke, selbst Landwirt und auf einem Bauernhof aufgewachsen, nicht zurück. Wohl aber habe es früher mehr Zeit füreinander gegeben. Aufeinander acht geben, Zeit miteinander verbringen – das sei heute wohl nicht mehr wichtig genug.
 
Spitz wurde große Macke beim Thema Flüchtlinge: Gerade einmal ein Prozent der Bevölkerung im Landkreis seien Flüchtlinge. Ein Vielfaches sei nach dem Zweiten Weltkrieg hergekommen. Weltweit gebe es rund 70 Millionen Flüchtlinge. „Und ihr fragt: Was nun Herr große Macke?“
 
Die große Auswandererwelle vor gut 100 Jahren in die USA: „Die sind nicht ausgewandert, weil sie politisch verfolgt wurden, das waren Wirtschaftsflüchtlinge“, erinnerte der Politiker an Zeiten, als das Oldenburger Münsterland als Armenregion galt.
 
Auch die eigene Berufsgruppe nahm sich große Macke vor: Politiker, die eine Sau nach der nächsten durchs Dorf treiben, um Schlagzeilen zu produzieren. „Wir brauchen Leute, die keine Publicity brauchen, sondern die Führung übernehmen.“
 
Kräfte bündeln – über Kreisgrenzen hinweg: hier liegt für große Macke das Mittel in Bezug auf die Stromtrasse. Nicht wer am lautesten schreie, werde Gehör finden, ist er überzeugt.
 
Eine Lanze brach der Abgeordnete für die Landwirtschaft, für die es eine Zukunft geben müsse, schließlich hängen davon vor- und nachgelagerte Unternehmen ab. „Was ist denn mit der Macht der Verbraucher?“, forderte große Macke auch hier das Engagement jedes Einzelnen.
 
Was unterscheidet Dörfer vom reinen Schlafstätten? Kneipen etwa, sagte große Macke. Mit dem Kneipensterben fallen auch „Kommunikationszentralen“ weg.

Negative Auswirkungen sieht große Macke für die dörfliche Entwicklung durch das Landesraumordungsprogramm aufkommen, das bauliche Entwicklungen in vielen Bereichen beschränken werde. „Wir brauchen Kompetenz vor Ort“, sagte große Macke und forderte die Landfrauen auf, für die Kommunalwahlen im Herbst zu kandidieren, um Dinge anzupacken.

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon